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Erfahrungsbericht Master Wirtschaftsinformatik

Ralf Weiher, Projekt Manager, Schanghai

Stellen Sie sich bitte kurz vor:
In meiner Funktion als Projekt Manager bin ich für die Realisierung von Projekten sowie die Gestaltung von Prozessen im Bereich Online-Business und Softwareentwicklung eines deutschen IT-Dienstleistungsunternehmen am zweiten Standort in Schanghai zuständig. Von hier aus realisieren wir für eines der größten deutschen Unternehmen IT-Projekte im Bereich Online-Marketing und Cross Media Publishing in über 70 Länder weltweit. Nachdem sich unser Kunde strategisch in Schanghai positioniert hat, war die logische Konsequenz ein Projektteam vor Ort bereitzustellen, um dadurch die Projekte des Kunden optimal zu unterstützen. Die Projekte umfassen beispielsweise das Bereitstellen komplexer Produkt-Datenbestände über Publikationsprozesse, um die Informationen anschließend in verschiedenen Marketing-Kanälen wie z.B. Corporate Websites in zahlreichen Ländern weltweit zu verarbeiten. Neben den Corporate Websites und dem E-Mail-Marketing geht es bei meiner Arbeit verstärkt auch um Social Media Marketing und mobile Marketingkanäle wie Instant Messenger.

Der Spagat zwischen Job, Studium und Freizeit – Wie haben Sie sich im Studium organisiert?
Den Masterstudiengang hatte ich bereits vor meiner Tätigkeit im Ausland begonnen. Für mich war klar, dass ich diesen erfolgreich zum Abschluss bringen möchte. Offen war für mich allerdings, wie dies zu bewältigen wäre. Der Wechsel in ein neues Berufsumfeld und die Anpassung an das Leben in China ging parallel mit dem Studium einher. Dies war neben der Doppelbelastung des Vollzeit-Jobs und des Studiums sicherlich eine besondere Herausforderung für mich. Es fordert eine gewisse Disziplin und Organisation der ohnehin knappen Zeit. Ich persönlich habe mich darauf konzentriert, die knappen zeitlichen Ressourcen möglichst effizient einzusetzen. Beim täglichen morgendlichen Sport zum Beispiel habe ich bereits gedanklich meinen Tag organisiert und To-dos priorisiert. Danach folgte ein kleiner schriftlicher Plan. Denn jeder Tag sieht hier bei uns anders aus. Genauso wie in Projekten müssen Engpässe in Betracht gezogen und Puffer eingebaut werden. Nichts geht über eine gute Organisation. Meist habe ich zwei Module parallel bearbeitet. Während ich bereits die Lerninhalte eines Moduls durch Wiederholung festigte, habe ich mir parallel den Inhalt eines neuen Moduls erarbeitet. Die Zeit morgens vor der Arbeit und an den Wochenenden war fest für das Studium eingeplant. Auch die Mittagspausen habe ich für Lerneinheiten genutzt. Abends dagegen, war es für mich schwierig, da unsere Arbeitszeiten recht spät ausfielen. Beruf, Studium und Freizeit müssen also zeitlich individuell geplant und organisiert werden. Wer sich seine Zeit gut einteilt, hat weniger Sorge, dass davon etwas zu kurz kommt. Keine Frage ist ein gewisser Verzicht erforderlich. Vergleicht man jedoch die geringe Zeitdauer eines Masterstudiums mit dem restlichen Berufsleben und was einem der Abschluss für die Karriere offenhält, lohnt es sich den Verzicht kurzzeitig in Kauf zu nehmen.

Über welches Thema haben Sie Ihre Masterthesis geschrieben?
Meine Masterthesis handelt vom Online-Marketing in einer deutschen Gesellschaft durch Nutzung digitaler Kommunikationskanäle im globalen Online-Business. Sie fokussiert dabei u.a. die Herausforderungen im digitalen Online-Marketing eines deutschen Großunternehmens mit Unternehmensstandort in China. Einen Teil meiner Arbeit umfasste das Online-Marketing über Instant Messenger. Ich hatte das Privileg und Glück auf diesem Sektor Pionierarbeit zu leisten. Erst seit Mitte 2017 stellen große soziale Netzwerke und Instant Messenger-Anbieter offizielle APIs zur Verfügung, um Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, Social Media Marketing auf deren Plattformen zu betreiben. Wir sind eines der ersten Unternehmen weltweit, welches hierfür Lösungen entwickelt. Meine Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung eines Modells und der technischen Realisierung in Form einer plattformunabhängigen Software-Anwendung, um Prozesse für neue Marketing-Strategien in verschiedenen Marketingkanälen abzubilden. Dadurch ist es Großunternehmen möglich, komplexe Produktdaten und Firmeninformationen zunächst über Datenbank-Publikationsprozesse bereitzustellen. Die Software nutzt diese Daten schließlich, um sie für die verschiedenen Marketingkanäle aufzubereiten. So kann sich ein Unternehmen auf Basis dynamisch generierter Produkt- und Firmendaten in wenigen Minuten einen hochwertigen Newsletter im Corporate Design zusammenstellen. Diese Marketing-Kampagnen können dann auf Basis komplexer Unternehmensdaten schnell und in einem professionellen, funktionalen Layout zusammengestellt, und weltweit an alle Empfänger bzw. Kunden kommuniziert werden. Die Marketingkanäle, die hierfür genutzt werden können, umfassen E-Mail, Instant Messenger für mobile Endgeräte, soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter sowie Social Media im Allgemeinen.

Was hat Ihnen das Masterstudium Wirtschaftsinformatik gebracht?
Die im Masterstudium gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in meine Arbeit ein. Das Material ist auf aktuellem Stand und liefert auch neue Aspekte der Wirtschaftsinformatik. Dies ist wichtig, betrachtet man die Dynamik der IT und wie schnell gewonnene Erkenntnisse wieder veraltet bzw. überholt sind. So konnte ich aus dem Material immer wieder neues Wissen generieren, darauf aufbauen und dies in meine Arbeit einbringen. Wichtig ist, bei den Erkenntnissen anzusetzen und Methoden weiterzuentwickeln. Genauso bedeutsam ist es, sich auf Bewährtes zu konzentrieren, wenn neue Ansätze zu zeitintensiv oder wenig erfolgsversprechend scheinen. Für mich hat der Masterstudiengang alle relevanten Themengebiete abgedeckt. Sowohl im Bereich der Informatik als auch den wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen waren die Module eine Bereicherung für den Berufsalltag.

Wie geht’s jetzt weiter?
In meiner Position als Projekt Manager möchte ich weiter den Fokus auf den mobilen Marketingsektor legen. Mir persönlich ist wichtig, beim Kunden das Verständnis zu schaffen, welche Lösungen erfolgsversprechend sind. Gerade am Standort China wird sehr deutlich, wie weit Technologie und Nutzen in diesem Gebiet schon vorangeschritten sind. E-Mail-Marketing ist hier so gut wie ausgestorben. Ebenfalls sind soziale Netzwerke, wie sie in Europa und den USA noch intensiv genutzt werden, schon wieder rückläufig. In China und Asien wird sowohl beruflich als auch privat fast nur über Instant Messenger auf mobilen Endgeräten kommuniziert. Zudem werden darüber gebührenfrei Zahlungen an Dienstleister oder Freunde durchgeführt, Einkäufe getätigt, Termine beim Arzt vereinbart oder das nächstgelegene Fahrrad gemietet. Die meisten dieser Dienstleistungen sind sogar kostenlos. Durch das Kundenverhalten hat auch das Marketing im Reich der Mitte eine völlig andersgeartete Ausprägung entwickelt, als dies im deutschen bzw. europäischen oder amerikanischen Markt der Fall ist. Großunternehmen in Silicon Valley, die derartige Dienstleistungen ebenfalls anbieten wollen, laufen dem chinesischen Fortschritt, der für die Menschen hier schon lange Alltag geworden ist, förmlich hinterher. Ich nenne das Silicon Valley 2.0.

Mit meiner Arbeit möchte ich dem Kunden Lösungen anbieten, in diesem Sektor nicht nur konkurrenzfähig, sondern marktführend zu sein. Persönlich habe ich mir bereits lange überlegt, wie es nach dem Master weitergeht. Ein Gedanke, der seit einigen Jahren reift, ist die Promotion als nächste akademische Stufe. Der Masterabschluss bietet hierfür nun die ideale Voraussetzung. Ich informiere mich bereits über die Möglichkeiten hierzu.

Was würden Sie Studieninteressierten raten?
Der erste Gedanke sollte sich darauf konzentrieren, welcher Studiengang für einen infrage kommt. Diese Frage kann nur jeder individuell für sich beantworten. Zudem sollten auch die persönlichen Fähigkeiten für diese Entscheidung berücksichtigt werden. Es macht wenig Sinn zwanghaft etwas zu lernen, was einem nicht liegt oder keinen Spaß macht. Ich hatte zeitweise einen reinen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang in Betracht gezogen. Aber ich habe mich schließlich auf mein Können und meine Fähigkeiten besonnen. Ich habe mein erstes Computerprogramm geschrieben, als ich sechs Jahre alt war. IT ist für mich nicht nur Beruf, sondern Passion. Aber auch Managementfunktionen sind für mich sehr wichtig, um Führungsaufgaben und Führung zu übernehmen. Meine Wahl fiel deshalb konsequenterweise auf den Master Wirtschaftsinformatik. Das Infomaterial hilft, sich für den richtigen Studiengang zu entscheiden. Für einige mögen 5 Semester für einen Masterstudiengang zunächst lange wirken. Betrachtet man aber die gesamte Dauer seiner Karriere, stellt die Studienzeit nur einen Bruchteil dar, die später zahlreiche Möglichkeiten eröffnet. Hat man einmal mit dem Studium begonnen, helfen kleine Etappenziele, um darauf aufzubauen, was man bereits geleistet hat. Das Lernsystem der WINGS ist modular aufgebaut und bietet hierzu die ideale Erfolgs- und Lernkontrolle. Bei einem Studium mit Auslandsaufenthalt, wie es bei mir der Fall war, helfen diese Werkzeuge sehr, um Informationen auszutauschen und mit den Dozenten in Kontakt zu bleiben. Ein Fernstudium im Ausland kann somit gut bewältigt werden. Präsenztermine für die Klausuren können u.a. über Goethe-Institute im Ausland durchgeführt werden. Dank der Unterstützung meines Arbeitgebers konnte ich außerdem an allen Präsenzterminen in Deutschland teilnehmen. Für Studierende im Ausland bietet das Fernstudium eine gute Möglichkeit, an einer deutschen Hochschule zu studieren. Viele Schulabgänger in China haben die Ambition und den Wunsch, in Deutschland einen Hochschulabschluss zu erlangen. Jedoch fehlt teilweise die Möglichkeit, um ins Ausland zu ziehen. Hier sehe ich Potenzial für WINGS, Studienprogramme zu etablieren, um auch chinesischen Studieninteressierten die Chance zu bieten, an einer deutschen Hochschule zu studieren. 

Falls Sie noch etwas sagen möchten, haben Sie jetzt die Gelegenheit dazu:
Ich möchte mich bei den Modulverantwortlichen sowie bei der Studienorganisation der WINGS für ein erstklassiges Masterstudium bedanken. Ich wünsche der WINGS an dieser Stelle alles Gute und auch international viel Erfolg mit ihren Studienprogrammen.

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B.A. Betriebswirtschaft

Janett Schumacher

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